CO2-Alarm: Plastik ist ein Schlüsselfaktor für die globale Erwärmung

Es ist dringend notwendig, die Ozeane vor den 12 Millionen Tonnen Plastikmüll zu schützen, die jedes Jahr in die Meere gespült werden.
Während die Treibhausgasemissionen stetig steigen, ist die Plastikverschmutzung der Ozeane ein wichtiger und exponentiell wachsender Faktor der globalen Erwärmung.

Mit über 70% der Erdoberfläche ist der Ozean das größte lebenserhaltende System auf diesem Planeten.  

Zusammen mit den Wäldern ist er eine der beiden “Lungen des Planeten”. Mehr als 50 % des Sauerstoffs, den wir einatmen, wird durch das Phytoplankton geliefert, das sich auf der Oberfläche der Ozeane entwickelt. Es besteht aus pflanzlichen Mikroorganismen, die mithilfe der Photosynthese aus Licht, Kohlendioxid und Nährstoffen organisches Material herstellen und dabei Sauerstoff an die Luft abgeben. 

Das Meer gilt als “Thermostat” der Erde und tauscht ständig Energie, Feuchtigkeit, Gase und Wärme mit der Atmosphäre aus.  Dank der Meeresströmungen wird diese Wärme über den gesamten Globus verteilt, wodurch die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und dem Äquator verringert werden können: Sie ist ein echter Klimaregulator. 

Diese vielfältigen Austausch- und Wechselwirkungen machen den Ozean über biologische und physikalische Phänomene zu einer “Kohlenstoffpumpe”. Das Phytoplankton und andere Arten nehmen den Kohlenstoff teilweise auf und speichern ihn in ihren Skeletten, die sich am Meeresboden ablagern. Auf diese Weise wird er eingelagert und trägt nicht mehr zum Treibhauseffekt bei. 

Plastik – ein tödliches Erbe für unsere Ozeane

Seit den 1950er Jahren wurden jedoch mehr als 198 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gespült. Eine Tragödie, wenn man bedenkt, dass dieses Material über 450 Jahre braucht, um abgebaut zu werden, und niemals stirbt. Ob auf dem Meeresboden oder an der Oberfläche schwimmend, Plastik zerfällt in Milliarden von Plastikteilen.

Es gibt heute mehr Mikroplastikpartikel in den Ozeanen als Sterne im bekannten Universum: bis zu 12.000 Mikropartikel pro Liter Wasser.  

Aber was sind die Folgen dieser Plastikverschmutzung? 

Lange Zeit haben wir die Plastikverschmutzung und die globale Erwärmung als zwei unterschiedliche Problematiken behandelt. Die beiden Themen korrelieren jedoch sehr wohl miteinander. In seinem im Mai 2019 veröffentlichten Bericht “Plastik & Klima: Die dunkle Seite eines plastifizierten Planeten” entwickelt das CIEL (Centre International des Lois Environnementaux) drei direkte Verbindungen: 

Produktion, Transport und Ausbeutung: Die Plastikindustrie auf dem Weg zur Verkohlung unserer Wirtschaft. 

Fast alle Kunststoffe werden aus Materialien gewonnen, die aus fossilen Brennstoffen (hauptsächlich Öl und Gas) hergestellt werden. Heute werden etwa 4-8% des jährlichen weltweiten Ölverbrauchs mit Kunststoffen in Verbindung gebracht. Wenn diese Abhängigkeit von Kunststoffen anhält, werden bis 2050 20 % des Ölverbrauchs auf Kunststoffe entfallen.  

Im Mai 2021 schlagen die Vereinten Nationen mit einem Bericht Alarm, in dem sie zu dem Schluss kommen, dass die Auswirkungen der Plastikproduktion auf das Weltklima in diesem Jahr der Produktion von 189 Kohlekraftwerken entsprechen und dass sie, wenn nichts unternommen wird, bis 2050 bis zu 13% des gesamten Kohlenstoffbudgets unseres Planeten ausmachen könnte (das entspricht 615 Kraftwerken!). 

Die Verringerung unserer Abhängigkeit von Plastik, insbesondere von Einwegplastik, das 50-60% unseres Plastikverbrauchs ausmacht, bedeutet, dass wir direkt an der Dekarbonisierung unserer Wirtschaft beteiligt sind.  

“"Heute werden etwa 4-8% des jährlichen weltweiten Ölverbrauchs mit Kunststoffen in Verbindung gebracht. Wenn diese Abhängigkeit von Kunststoffen anhält, werden bis 2050 20 % des Ölverbrauchs auf Kunststoffe entfallen. " ”

WELTWIRTSCHAFTSFORUM

Denn in jeder Phase seines Lebenszyklus und auch noch lange nachdem er weggeworfen wurde, erzeugt Plastik Treibhausgasemissionen, die zur Erwärmung unseres Planeten beitragen. In einem Interview im Januar 2021 vertraute uns Dr. Sarah-Jeanne Royer, Ozeanographin, Mitglied unseres Internationalen Wissenschaftlichen Rates und Spezialistin am Scripps Institute of Oceanography für den Abbau von Kunststoffen, an, dass alle Kunststoffe, insbesondere Polyethylen niedriger Dichte, eine der häufigsten Kunststoffarten im Ozean, wenn sie UV-Licht ausgesetzt sind, mit der Freisetzung starker Treibhausgase, insbesondere Methan, reagieren. 

Dieses Phänomen führt zu einer alarmierenden Rückkopplungsschleife. Da sich unser Klima ändert und der Planet wärmer wird, zersetzt sich das Plastik zu mehr Methan und Ethylen, was das Tempo des Klimawandels beschleunigt und so den Kreislauf fortsetzt. 

“"Es ist erschreckend, sich vorzustellen, dass all die Kunststoffe, die uns umgeben, Treibhausgase freisetzen: unsere Autos, unsere Swimmingpools, all das trägt zur globalen Erwärmung bei"”

Sarah-Jeanne Royer OZEANOGRAPHIN

Sind die Auswirkungen der Plastikverschmutzung auf unser Klima unbestreitbar. Die oberste Priorität der großen Institutionen und politischen Führer muss der Schutz und die Erhaltung unseres zerbrechlichen blauen Planeten sein. Die Klimadringlichkeit lässt uns keine Zeit mehr, um mit den Ozeanen Zauberlehrlinge zu spielen! 

WEITERE INFORMATIONEN 

Plastiques, effet de serre, bilan carbone et réchauffement climatique.

QUELLEN I 

CIEL I Report Plastic & Climate: The Hidden Costs of a Plastic Planet 
YALE CLIMATE CONNECTIONS I How plastics contribute to climate change 
SCIENCE DIRECT I Report “The fundamental links between climate change and marineplastic pollution” 
GREENPEACE I Plastic worsens the climate crisis, from the Philippines to the United States 
365 Reusable I Déchets Plastiques Et Changement Climatique : Quel Est Le Lien ?